Die rollende Weinprobe
Ein leichter Benzingeruch gehört ebenso dazu wie das typische Knattern des VW-Busses. Die Fahrt ist ein echtes Erlebnis. Mark Oliver Horn fährt seit den 1980er Jahren nichts anderes. Mit seinen Oltimern kutschiert der Schifferstadter beispielsweise seit Jahren Hochzeitspaare zum Traualtar (vinvents.de). Diese schlicht ausgestatteten Fahrzeuge dienen inzwischen ebenfalls einem besonderen Zweck: Mit ihnen können Weinfreunde von Verkostung zu Verkostung kreuzen und Vieles zu Wein, Weinbau und Historie etwa der Frankenthaler Porzellanfabrik oder der römischen Villa in Ungstein erfahren. Den Anstoß dazu hat ein ungewöhnliches Unternehmer Trio gegeben: Neben Horn gehören Jungwinzerin Vanessa Schreiber und Zahntechniker Gerd Zumbach zur kleinen Kreativrunde.
Die Rollende Weinprobe unterwegs
Während der Himmel klar ist, die Reben sich in den schönsten Farben zeigen, brechen wir vom Bio-Weingut Schreiber in Großniedesheim aus auf – mit Traubensaft in den Gläsern. Sonst wird natürlich zur Begrüßung Sekt gereicht, und Vanessa Schreiber bespricht Spezialitäten des heimischen Bio-Weinguts, das sich auf alte Sorten wie Gewürztraminer, Silvaner und Kerner spezialisiert hat (barfusswinzer.de) Kaum sind wir unterwegs, blinken entgegenkommende Fahrer auf, in den Ortschaften winken Passanten. Horn hat sich daran schon gewöhnt: „Wir erregen immer Aufmerksamkeit.“ Die Sitzbank mit der kuscheligen Decke ist erstaunlich bequem, das Fahrgefühl einzigartig. „Hier rechts, das ist kein neu angelegter Wingert, sondern eine Rebschule“, erklärt Vanessa Schreiber. Sie weiß viel über den Weinbau der Gegend zu berichten, während Gerd Zumbach witzige Anekdoten zum Besten gibt. „Wir haben im VW-Bus leider keinen Keller“, meint er beiläufig. Klar – zum Lachen kann sich auf der Tour niemand dahin flüchten.
Launig erzählt der Heuchelheimer auch von der Erfindung der „Rollenden Weinprobe“. Dank ihres Kontakts durch das Business Network International (BNI), dem alle drei angehören, saßen sie während der Pandemie zusammen, kamen ins Plaudern über die schwierige wirtschaftliche Situation – und auf die zündende Idee: „Wir hatten den Wein, die Oldtimer und mit mir zwei Fahrer mit Personenbeförderungsschein; Außengastronomie war erlaubt, ebenso wie die Zusammenkunft kleiner Gruppen, wenn auch damals nur mit Maske“, erinnert sich Zumbach. Die Puzzlestücke fügte man zum pandemieadäquaten Freizeitangebot zusammen und testete bald im Freundeskreis erfolgreich die erste „Rollende Weinprobe“. Dann machte das Trio Nägel mit Köpfen und stellte das Ausflugsprogramm auf professionelle Beine.
So zwanglos und ausgelassen es bei den Ausflügen zugeht: Die Initiatoren haben tatsächlich stets das Wohl der Gäste im Blick. Man sei aufgeschlossen für Sonderwünsche, ordere etwa auf Anfrage pflanzliche Alternativen zur „Pfälzer Dreifaltigkeit“, die im Gasthaus Bengel in Dirmstein zum Tourabschluss serviert wird. Auch an Details zeigt sich das: Den Einstieg erleichtert ein Tritt, den Horn eigens herbeiträgt.
Dank einer cleveren Vorrichtung – Die Gläser hängen in Aussparungen am Tischrand – kann der Wein während der Fahrt verkostet werden. Und an Wasser, Brot und Knabberzeug ist ebenfalls gedacht. Okay, das ist bei Weinproben meist üblich – nur dass die eben nicht mit dem Nostalgieflair der VW-Busse punkten können.
Frei nach einem LEO-Bericht von Gisela Huwig; veröffentlicht am 24.10.2024 in der RHEINPFALZ
Variante 1:
Die Tour ab Frankenthal oder Grünstadt oder Bad Dürkheim oder Deidesheim mit 6 Proben, OHNE Abendessen, Dauer 3 - 4 Std zu 115,– EUR pro Person
Variante 2:
Die ganz persönliche Individualtour, Dauer und Umfang bestimmt der Gast nach Absprache und Planung durch die Veranstalter.
Kosten: 38,– EUR pro Std für den/die Fahrer und 1,20 EUR pro Kilometer pro Bus
Gerne reservieren Ihnen, bei der Tour ab/bis Deidesheim, einen Tisch in einem uns sehr gut bekannten Restaurant. Dort können sie den Abend stilvoll ausklingen lassen.
Immer inklusive sind Wasser und kleine Knabbereien während der Tour.
Mannheimer Straße 106 | 67105 Schifferstadt







