ROSCHBACH. Viele denken bei „Biene“ nur an die Honigbiene. Dabei gibt es bei uns mehr als 560 Wildbienenarten. Leider steht bereits die Hälfte davon auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten, mehr als 30 Arten sind sogar vom Aussterben bedroht. Schuld daran ist vor allem der Mensch, denn durch die industriell geprägte Landschaft fehlt es an einem ausreichenden Blütenpflanzenangebot mit Pollen und Nektar zum Fressen und für die Larvenaufzucht, des Weiteren an geeigneten Nistmöglichkeiten sowie an Material zum Nestbau. Nur der Mensch kann diesen Trend umkehren und die Tiere wirksam schützen, denn laut Bundesnaturschutzgesetz zählen Wildbienen zu den besonders geschützten Arten.
In Roschbach hat sich ein Projekt unter dem Namen „Lebensraum für Bienen, Insekten und Co.“ der Problematik angenommen und will seinen Teil dazu beitragen den Bienen möglichst viel Lebensraum zu geben. Dafür hat man einen rund 1000 Meter langen Bienenrundweg mit Start und Ziel am örtlichen Kindergarten eingerichtet. Die Errichter vom örtlichen Pfälzerwald-Verein wollen, dass möglichst auch kleine Kinder und ältere Menschen den Weg begehen können. Vielleicht lernen ja nicht nur die Kinder, sondern auch deren Omas und Opas bei der gemeinsamen Erkundung etwas über das Thema Bienen. In Roschbach bringen die Initiatoren die Thematik „Biene“ kurz, prägnant, und spielerisch der Bevölkerung näher. Entlang des rechteckig verlaufenden Weges wurden 14 Stationen aufgebaut. Auf großflächigen Schautafeln wird das Bienen-, Insekten- und Blumenleben aufgezeigt. Eine der Tafeln nennt sich „Wohnraum für Wildbienen“. Sie steht auf der Liste der Prioritäten ganz oben, wird hier doch gezeigt wie ein Bienenhotel aussieht und welche Materialien für dessen Bau benötigt werden. Auf dem Bienenrundweg wurden etliche Blühflächen, Sandarien, Totholzhaufen angelegt sowie praxiserprobte Wildbienenhotels und ein Lebensturm der „Fünf-Sterne-Hotel-Klasse“ gebaut. Hier fühlen sich Bienen wie im Wohlfühlurlaub. Viele Menschen sollen sich durch den Weg und die Erklärungen auf den Tafeln, besonders auch was den Bau von Bienenhotels und das Anlegen von Blühflächen angeht, dazu animieren lassen etwas für die Bienen zu tun. Die Tafel „Friedliche Brummer: Wildbiene und Hummeln“ soll die Angst davor nehmen, dass diese Insekten immer gleich drauf los stechen, denn dies ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Alle Tafeln sind doppelseitig beschriftet, wobei nicht einfach das, was auf der Vorderseite steht für die Rückseite kopiert wurde. Beide Seiten enthalten unterschiedliche Informationen.
Interessant das Bienenmemory, mit dem spielerisch zu den Bienen hingeführt wird. Da wäre es interessant einmal zu beobachten wer die Bilderpaare schneller findet, die Kinder oder die Erwachsenen.
Wichtig ist aber auch die Tafel „Blühstreifen schaffen biologische Vielfalt“. Die entlang des Weges angelegten Blühstreifen sind für Insekten und Kleintiere eminent wichtig. Was leider von immer noch sehr vielen Menschen als Unkraut angesehen wird, dass dringend gemäht werden muss, ist für Wildbienen der Vorgarten ihres Fünf-Sterne-Wohnhotels und damit die große Wohlfühloase für ihr Leben.
Weitere spielerische Elemente des Weges sind das Bienenquiz, Hüpfspiele und die auf dem Boden aufgebrachte Blüte „Tier, Land, Name, Beruf, Obst“. Diese ruft besonders bei der Generation der 1960er- und 1970 er-Jahre das Spiel „Stadt, Land, Fluss“ sofort in Erinnerung.
Der gelbe Bienenfutterautomat, wird vor allem die Ü 50-Damen und Herren unwillkürlich an die roten Kaugummiautomaten aus ihren Kindertagen erinnern.
Es handelt sich dabei um einen originalen Kaugummiautomaten der 1960er-1990er, welcher für die Ausgabe von Samenmischungen umgerüstet wurde. Zielsetzung ist die Schaffung neuer Nahrungsquellen für Wild- und Honigbienen durch die Besucher des Bienenrundwegs zuhause mit regional angepassten (Wild-)Blumenmischungen und die Sensibilisierung für das akute Thema des Bienensterbens. Zudem gibt es entlang des Bienenrundweges an verschiedenen Stationen kostenlos praxisorientiertes Informationsmaterial zum Mitnehmen.



