Speyer, die traditionsreiche, alte Stadt am Rhein
Die Geschichte Speyers begann so ungefähr 10 v. Chr. Drusus, der Stiefsohn des römischen Kaisers Augustus, legte zu dieser Zeit an Rhein und Maas 50 Kastelle an. Archälogische Funde bestätigen, dass sich eines davon an der Stelle des heutigen Speyer befand. Römische Legionäre ruhten sich hier in der Etappe vom mühseligen Kleinkrieg gegen die wilden Germanen aus.
Civitas Nemetum, so wurde ab dem 3. Jahrhundert dieser Hauptort der Nemeter (ein germanischer Stamm) genannt. Bald wurden zahlreiche Händler und Handwerker angelockt.
An zentraler Lage der Rheintalstraße und als Sitz eines regionalen Verwaltungszentrums entstand eine repräsentative Stadt mit Marktplatz, breiten, arkadengesäumten Straßen, öffentlichen Einrichtungen, Wohngebäuden, Tempeln und einem Theater. Von ihrer Bedeutung zeugen die reichen Funde – unter ihnen die älteste Weinflasche Deutschlands –, die im Historischen Museum der Pfalz zu besichtigen sind.
Wie es eigentlich zu dem Namen „Speyer“ kam, ist noch heute unbekannt. Die Bezeichnung „Spira“ statte Civitas nemetum wird im 6. Jahrhundert erstmals erwähnt und setzt sich ab dem 10. Jahrhundert durch. Am 14. August 1111 wurde durch Heinrich V. Speyer das Stadtrecht verliehen. Es entstanden Zünfte und Märkte, der Stadtrat schloß Zollverträge mit anderen Städten ab und vereinigte sich 1226 mit Bingen, Mainz, Worms, Frankfurt, Gelnhausen und Friedberg zum ersten Rheinischen Städtebund.
Wie in vielen mittelalterlischen Städten entwickelte sich auch in Speyer eine rührige jüdische Gemeinde. Ein großartiges Zeugnis aus dieser Zeit blieb erhalten: das Judenbad. An dessen Errichtung wirkten Dom-Baumeister mit und es kann noch heute besichtigt werden.
Nach der glanzvollen Kaiserzeit kam 1527 erneut eine wichtige Institution des Reiches hierher, nämlich das Reichskammergericht, das Streitigkeiten von 300 großen und kleinen Landesherrschaften schlichten musste.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 stehen französische Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. vor den Toren. Im Jahr 1689 erlebt Speyer die größte und folgenreichste Zerstörung in seiner Geschichte: Räumung des Stadtgebietes und Vertreibung der Einwohner, Dom und Stifte stehen in Flammen, Klöster, Kirchen, Kapellen und Zunftstuben werden bis auf die Grundmauern niedergebrannt, über 700 Bürgerhäuser sind verwüstet, Türme und Tore der Stadtbefestigung gesprengt. Einzig das Altpörtel, der wuchtige Turm am Ende der Hauptstraße überstand neben dem Dom das Inferno.
Deshalb stammen auch die meisten ältesten architektonischen Funde aus den letzten 300 Jahren.
1789 wurde Speyer Teil des Departements Mont Tonnerre und wurde im Jahre 1816 zur Kreishauptstadt der nun zum Königreich Bayern gehörenden Pfalz. Damit war Speyer zum administrativen Zentrum der gesamten Region avanciert.
Zu den bedeutendsten Söhnen der Stadt zählen in dieser Epoche der Maler Anselm Feuerbach (1829–1880), der Dichter Martin Greif (1839–1911) und der Maler Hans Purrmann (1880–1966).
Speyer wurde im Zweiten Weltkrieg von Luftangriffen weitgehend verschont. Gott sei Dank! Ab 1945 begann die Expansion, neue Wohngebiete wurden angelegt und es wurde 1993 die lang ersehnte Grenze von 50.000 Einwohner erreicht, ca 50.648 sind es bis heute.
Stadt Speyer
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