Rhodt unter Rietburg – der gastfreundliche Traminer-Weinort

Theresienstraße in Rhodt
Theresienstraße in Rhodt

Rhodt unter Rietburg, der traumhaft schöne Ort an der südlichen Weinstraße, feierte 1972 sein 1200jähriges Jubiläum, obwohl Urkunden als Beleg für die Gründung von Rhodt nicht bekannt sind. Vermutlich fand aber die erste Besiedlung zu Zeiten der römischen Herrschaft im 1. bis 4. Jahrhundert statt. Ein erstes belegtes historisches Datum ist der Erbau der Rietburg von 1200 bis 1204.

Zwischen circa 1300 umd 1603 gehörte Rhodt zu Württemberg und erhielt den Beinamen „unter Rietburg“. Da es in Württemberg drei Ortschaften dieses Namens gab, sollte es dadurch unterschieden werden können. Schon zu dieser Zeit wurde in Rhodt Wein angebaut, überwiegend Traminer, daher auch der Beiname „Traminerweinort“.
1603 erwarb der Marktgraf Ernst Friedrich von Baden-Baden Rhodt durch Tuasch. Bis 1801 herrschten die Badener über den Ort. Der Weinabsatz florierte und die erzielten Preise waren sehr gut. In dieser Zeit wurde Rhodt relativ reich; das sieht man noch heute an den damals erbauten stattlichen Winzerhäusern.

Nicht weniger als 80 Prozent der Gebäude in Rhodt stehen unter Denkmalschutz. Die großen Anstrengungen der Gemeinde, die denkmalgeschützten Häuser zu erhalten und das Ortsbild zu verschönern, fanden in zahlreichen Auszeichnungen ihren Niederschlag. Der Ort war mehrmals der Gewinner des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“.

Ein Anziehungspunkt für Touristen ist die gepflasterte Theresienstraße, eine Kastanienallee, in der zahlreiche alte Häuser stehen. Diese Straße ist das Naturdenkmal von Rhodt. Angepflanzt wurde sie zu Ehren von Bayern-Königin Theresia, Gemahlin Ludwig des I., anno 1851.

Typisch für die Höfe der Vorderpfalz sind die alten Torbögen und die sogenannte „Haus-Hof-Bauweise“. Deshalb findet man in Rhodt auch viele urige Weinstuben. Im Sommer laden besonders die dazugehörigen schattigen Höfe zum Verweilen ein. Wer das Geschmackserlebnis sucht, dem seien die Weine aus den besten Weinlagen zu empfehlen, die man hier probieren kann; natürlich auch die Rhodter Spezialität, nämlich den Gewürztraminer. Viele können davon gar nicht genug kriegen und probieren die Weine gleich im „Rhodter Pfiff“, einem „zierlichen“ 1-Liter-Glas, aus dem man dann gemeinsam trinkt. Typisch pfälzisch eben – gesellig und fröhlich. Damit der Wein noch besser mundet, passen die Pfälzer Spezialitäten, die je nach Geschmack rustikal-deftig oder kulinarisch-raffiniert ausfallen können, besonders gut dazu.

Das milde Klima im Ort erlaubte die Anlage eines Südfrüchtegartens. Auch an vielen Hauswänden reifen z.B. Feigen. Der Ort ist außerdem bekannt dafür, dass sich hier etliche Künstler niedergelassen haben und ihre Werke bzw. ihre Dienste zum Kauf anbieten.

König Ludwig I. von Bayern soll auf die Frage, warum er sich um sein Feriendomizil, dem Schloss Villa Ludwigshöhe, keinen Park anlegen wolle, geantwortet haben: „Um mich herum ist Park genug.“ Damit meinte er die schönste Quadratmeile seines Reiches, an dessen unteren Ende die über 1200 Jahre alte, historische Weinbaugemeinde Rhodt liegt – heute eine staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde.

Tipp: Immer am 3.Wochenende im September wird das Fest des neuen Weins in den Winzerhöfen entlang der Theresien- und der Weinstraße mit Live-Musik und Pfälzer Spezialitäten gefeiert.