Neustadt an der Weinstraße
„a.d.W“, „an der Weinstraße“. Herrlich! Da könnte man direkt ins Schwärmen geraten. Der Begriff „Weinstraße“ ist ja viel mehr, als nur eine Ortsbeschreibung, er kommt einer Auszeichnung gleich! Inbegriff für atemberaubende Kulissen, qualitativ hochwertigen Weinbau und eine der wärmsten Gegenden Deutschlands. Dieses Prädikat zeichnet aus und bezeichnet gleichsam die Lage des schönen Städtchens am Rande des Pfälzer Waldes. Auch wenn die Abkürzung »a.d.W.« in einer anderen Bedeutung einen eher peripher gelegenen Ort beschreibt, beweist Neustadt seine Zentralität gleich auf verschiedenen Ebenen. Zum Beispiel regional als Mittelpunkt der deutschen Weinstraße; historisch als Wiege der Demokratie; kulturell mit etwa 150 Vereinen und dem Saalbau; kommerziell mit einer lebendigen Fußgängerzone und der offiziellen Auszeichnung „1a-Einkaufs-stadt“ und nicht zuletzt touristisch mit seinen neun pittoresken Weindörfern. Die Einwohnerzahl dieser eingemeindeten Ortschaften wird mindestens zehn mal von deren Besuchern übertroffen.
Entlang dieser zentralen Bereiche, die noch etwas näher betrachtet werden, möchten wir Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt mitsamt den Dörfern nehmen. Für jeden ist etwas dabei: Sollten Sie noch nie hier gewesen sein und nur zufällig an diese Ausgabe gekommen sein, lassen Sie sich zum Beispiel für die nächste Urlaubsreise inspirieren. Wenn Sie erst kürzlich hierher gezogen sind, lernen Sie ihr neues Zuhause von seinen schönsten Seiten kennen und wenn Sie schon lange hier leben und Neustadt in und auswendig kennen, lassen Sie sich einladen zu einer Schwärmerei, die Ihnen wieder neu bewusst macht, in welch einer wunderbaren Gegend Sie wohnen.
Wie bereits erwähnt, liegt der geographische Mittelpunkt der deutschen Weinstraße in Neustadt, genau genommen in Diedesfeld, wo dieser gar durch einen Sandstein markiert ist. Neustadt liegt aber nicht nur mittig, sondern auch an der Spitze. Als größte weinbaubetreibende Gemeinde Deutschlands* überragt die Stadt mit ihren 58.397 Einwohnern in vielerlei Hinsicht alle anderen Gemeinden unserer Republik, was natürlich auch für die Qualität des Weines gilt. (Einheimische sind sich darin besonders sicher!)
Sollte man sich einmal in pfälzischer Ausgelassenheit, zum Beispiel auf einem der vielen Weinfeste, dem guten Pfälzer Wein zu stark hin gegeben haben, kann bei einem ausgedehnten Spaziergang im direkt angrenzenden UNESCO-Biosphären-Reservat „Naturpark Pfälzerwald“ neue Kraft geschöpft werden. Ähnlich belebende Wirkung erzielt sicherlich auch die Erwanderung des Hambacher Schlosses, das uns schon zum nächsten Bereich, nämlich zur Geschichte führt. Obwohl es natürlich über weit mehr als nur ein einzelnes historisches Ereignis zu berichten gäbe, ist man als Neustädter, vor allem als Hambacher, sicherlich besonders stolz auf das bekannte Hambacher Fest. Bei einer Massenkundgebung mit über 30.000 Teilnehmern demonstrierte die bürgerliche Opposition 1832 unter schwarz-rot-goldener Fahne für Einheit, Demokratie und Deutschlands Volkssouveränität. Die im Schloss beherbergte Ausstellung verdeutlicht die herausragende Bedeutung des Hambacher Festes für die Entwicklung Deutschlands zur Demokratie und den Weg nach Europa, was uns direkt zum nächsten Thema überleitet: die Kultur.
Neustadts kulturelles Angebot beschränkt sich nämlich keinesfalls auf die eine Ausstellung im Schloss. Von Stadtgeschichte über Eisenbahn, Bibel, Malerei und natürlich Weinbau ermöglichen vielerlei Museen in und um Neustadt gezieltere Einblicke in regionale und überregionale Themen. Sinn für Kultur beweist Neustadt auch mit dem jährlichen Kulturpreis, der an Einheimische Kulturtreibende verliehen wird. Erste Stelle für Bühnen-Kultur ist die „gute Stube", der Saalbau. Dieser ist das wichtigste Kulturzentrum für Theater, Konzerte, Opern und Kabarett, sowohl für Einheimische, als auch für Gäste. Und Gäste hat Neustadt viele! Offiziell über zehn mal so viele wie Einwohner pro Jahr. Dafür gibt es viele Gründe. Einer ist die belebte Fußgängerzone, wegen der Neustadt von Europas größtem Brancheninformationsdienst „markt intern“ dieses Jahr schon zum zweiten Mal zur „1a-Einkaufsstadt“ gekürt wurde. Ein anderer, möglicherweise noch stärkerer Gästemagnet sind die für Tourismus ideale Bedingungen: Durchschnittliche 1850 Sonnenstunden im Jahr schaffen ein Klima fast wie in der Toskana und lassen Mandeln, Feigen, Kastanien, Kiwis und sogar Limonen reifen. Klima, gute Luft und Freizeitmöglichkeiten treffen hier aufeinander, so dass knapp die Hälfte der umliegenden Weindörfer zu staatlich anerkannten Erholungsgebieten erkoren wurden. Haardt, der „Balkon der Pfalz“ mit Ausblick bis Speyer, Gimmeldingen mit dem Mithras-Heiligtum oder Königsbach als Ausgangspunkt eines Wallfahrtswege mit zwölf Stationen durch das Klausental bis zur „Kapelle der heiligen vierzehn Nothelfer“ locken Touristen ebenso an, wie das älteste Weingut der Pfalz, der Herrenhof in Mußbach, kunstvolle Fachwerkbauten in Lachen-Speyerdorf, die Kirche St. Peter und Paul mit dem meist bewohnten Storchennest in Geinsheim oder Duttweiler als Startpunkt mehrerer Radwege und seiner immer noch aktiven Dorfsprechanlage, die über das aktuelle Dorfgeschehen informiert.
Ein „Neustadt komplett“ können wir an dieser Stelle natürlich nicht vorführen. Wir möchten lediglich dazu anregen, Neustadt selbst zu endecken! Weitere Informationen rund um Neustadt finden Sie in der
Touristen-Information Hetzelplatz 1 oder unter:
http://www.neustadt.eu
*Neustadt und Landau wechseln sich gegenseitig mit dieser Aussage ab. Die letzte Meldung, die uns vorlag, besagt, dass im Augenblick Landau zwar die größte Rebfläche mit über 2000 ha hat, aber Neustadt hat mehr Einwohner.




