Landau – Universitätsstadt, Gartenstadt und Weinstadt

Das Rathaus in Landau mit der Statue des Prinzregenten Luitpold
Das Rathaus in Landau
Stiftskirche, evangelisch
Stiftskirche
Queichblick Schleuse
Die Queich fließt mitten durch Landau
Blick auf Rathausplatz in Landau
Blick auf Rathausplatz in Landau

Landau in der Pfalz ist eine kreisfreie Stadt sowie Verwaltungssitz des Landkreises Südliche Weinstraße im Bundesland Rheinland-Pfalz in Deutschland. Flächenmäßig ist Landau mit 82,94 km² die drittgrößte Stadt der Pfalz nach Kaiserslautern und Neustadt.
Gegründet wurde Landau um 1260 von Graf Emich IV. von Leiningen-Landeck. Dieser ließ eine in die Ebene vorgelagerte Befestigung als zusätzlichen Schutz für seine Burg Landeck errichten. 1274 erhielt Landau von König Rudolf I. von Habsburg die Stadtrechte. Derselbe erhob die Stadt 1291 in den Rang einer Reichsstadt. 1324 wurde Landau an den Bischof von Speyer Emich von Leiningen verpfändet. Erst 1511 wurde es durch Kaiser Maximilian I. wieder ausgelöst und der Vogtei Hagenau unterstellt. 1521 trat Landau der Dekapolis, dem Elsässischen Zehnstädtebund, bei.
In Folge des Westfälischen Friedens gelangten 1648 weite Teile des Elsass an Frankreich. Landau und die anderen Städte des Elsass blieben formal deutsch, wurden aber vom Reich im Stich gelassen. Die Dekapolis war zu schwach, um sich gegen den Sonnenkönig Ludwig XIV. zu behaupten. So gehörte Landau ab 1680 wie das gesamte Elsass zu Frankreich. Es wurde 1688 bis 1691 von Vauban zur Festung ausgebaut. Dabei wurde die mittelalterliche Stadt zum großen Teil niedergebrannt. Vermutungen, dass der Brand im Auftrag des französischen Festungsbaumeisters gelegt wurde, konnten nie bewiesen werden. Beim Neubau entstanden gerade Straßen, rechtwinkelige Bauquadrate und der Marktplatz. Mit der Anlage der Festung änderte sich das Leben der Bewohner. Der Einlass in die Stadt erfolgte lediglich durch die Stadttore und war nach Sonnenuntergang nicht mehr möglich.
Im Spanischen Erbfolgekrieg wechselte die französische Festung Landau mehrfach nach aufwendigen Belagerungen den Besitzer. 1702 lösten die Kaiserlichen Truppen die Franzosen ab, 1703 gewannen die Franzosen Landau nach der Schlacht am Speyerbach zurück, 1704 wurde Landau wieder kaiserlich. 1713 wurde die Stadt von Karl Alexander von Württemberg belagert und die Franzosen gewannen ihre Festung endgültig zurück.
Wie im übrigen Frankreich herrschte ab dem 20. Juli 1789 die Französische Revolution in Landau. Auch 1814, nach dem ersten Sieg im Befreiungskrieg über Napoléon Bonaparte, blieb Landau zunächst französisch. Durch den Wiener Kongress kam die Stadt mit der übrigen Pfalz 1816 an Bayern, nachdem es ab 1815 unter provisorischer österreichischer Verwaltung gestanden hatte. Landau war jetzt Bundesfestung.
Nach dem Krieg 1871 war Landau nicht mehr Grenzstadt, da sich das Deutsche Reich weit in heute französische Gebiete ausgebreitet hatte. Die Festung wurde geschleift, neue Straßenzüge entstanden. Mit dem Reichsgesetz zu Gleichstellung der jüdischen Bürger 1871 kam es zu einem Zuzug jüdischer Familien. Landau wurde zum Zentrum des pfälzischen Weinhandels und galt bald als wohlhabendste Stadt der Pfalz. Dies lässt sich noch immer an der für eine Kleinstadt vergleichsweise prächtigen Architektur ablesen. Es entstanden repräsentative Bürgerhäuser entlang der neu angelegten Ringstraße und ihrer Seitenstraßen. Das vorherrschende Baumaterial war Sandstein.
Landau setzte weniger auf die Entwicklung einer Industrie als auf das bayrische Militär. Es entstanden große Militäreinrichtungen für das 5. und 12. Feldartillerieregiment sowie das 18. und 23. Infanterieregiment (siehe Liste der bayerischen Militärverbände).
Nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg war Landau wieder französische Garnisonsstadt, als Teil der Besetzung des Rheinlands bis 1930 und als Teil der französisch besetzten Zone nach 1945. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland nach Inkrafttreten der Pariser Verträge am 5. Mai 1955 souverän geworden war, war die Stationierung durch das NATO-Truppenstatut geregelt.
Im Jahr 1949 veranstaltete die Stadt Landau die Südwestdeutsche Gartenschau (SÜWEGA) als erste Gartenschau mit überregionaler Wirkung im Nachkriegsdeutschland. Später entwickelte sich daraus die Bundesgartenschau.
Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden am 22. April 1972 die Gemeinden Arzheim, Dammheim, Nußdorf, Godramstein, Mörzheim und Wollmesheim eingemeindet, wodurch Landau seine heutige Ausdehnung erhielt. Bereits am 7. Juni 1969 wurde eine Teil der Gemeinde Nußdorf mit 387 Einwohnern nach Landau umgemeindet. 1990 wurde die teilweise in Landau ansässige Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz in eine Universität umgewandelt. Seither ist Landau eine der kleinsten Universitätsstädte in Deutschland. 1999 zogen die letzten französischen Soldaten aus Landau ab. Während des Truppenabzugs hatte die Stadt begonnen, die frei werdenden Militärflächen neu zu nutzen.
Landau besaß einst eine der größten und wohlhabendsten jüdischen Gemeinden der Pfalz. Die jüdischen Weinhändlervillen im Bereich der Ringstraße zeugen noch heute vom jüdischen Landauer Großbürgertum. Landau verlor quasi über Nacht seine jüdische Oberschicht. Die Existenz jüdischen Lebens ist aus dem Bewusstsein der heutigen Landauer gelöscht. Nur noch die verbrannten Reste der ehemaligen Synagoge und das Frank-Loebsche Haus erinnern an die stolze jüdische Gemeinde Landaus. Bis heute hat Landau keine jüdische Gemeinde mehr.

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