Das Jägertal ist einen Ausflug wert
Das Jägerthal (wird auch bisweilen ohne „h“ geschrieben), liegt ca. 10 km westlich vom Stadtkern von Bad Dürkheim entfernt im Pfälzerwald und bildet einen Abschnitt des Isenachtals. Der neue Radweg durch das wunderschöne idyllische Tal beginnt direkt in Bad Dürkheim und führt vorbei an den Papiermühlen, Sägemühlen bis zum Isenachweiher mit einem herrlichen Ausblick zu den benachbarten Burgen. Das Jägerthal erstreckt sich auf ca. 12 km Länge entlang der B 37 parallel der Isenach und ist geprägt durch Befestigungen seit der Keltenzeit. So sind dort das Kloster Limburg, die Heidenmauer, die Hardenburg, die Burg auf dem Nonnenfels sowie die Burg Schlosseck angesiedelt. Von Bad Dürkheim kommend auf der linken Seite des Tales befindet sich die Papierfabrik Robert Cordier, wo seit 1826 unter Nutzung des Wassers der Isenach Papier hergestellt wird.
In jüngster Zeit hat die Papierfabrik Schleipen der Cordier Spezialpapier GmbH sich einen ganz besonderen Ruf verdient. Denn für die deutsche Ausgabe des sechsten „Harry Potter“-Romans stellte die Bestsellerautorin Joanne K. Rowling sehr hohe Ansprüche an das Papier. Sie setzt sich sehr beherzt für die umweltgerechte Papierqualität ihrer Bücher ein. Mit der Papierfabrik Schleipen wurde der richtige Partner für den urwaldfreundlichen „Potter“ 2005 gefunden. Für die immerhin 1500 Tonnen Papier der deutschen Startauflage von zwei Millionen Exemplaren garantierten die Papiermacher ein „optimiertes Produkt“, das eigens dafür entwickelt wurde.
Etwas weiter auf der linken Seite steht das ehemalige Forsthaus, das an das 1794 zerstörte Jagdschlößchen der Leininger Grafen erinnert. Diese Sommerresidenz wurde nach 1779 erbaut. Im Forsthaus führte 1785 August Wilhelm Iffland (1772-1814) sein berühmtes Stück „Die Jäger“ auf. Dabei handelt es sich um ein ländliches Sittengemälde in fünf Aufzügen, welches Iffland als Drama selbst verfasst hat.
Es war eine glanzvolle Zeit für das Tal, für die Hofgesellschaft und sicher auch ein Gewinn für das Handwerk und den Handel der Gegend, die noch erhaltenen Rechnungen aus diesen Jahren lassen es vermuten. Nach dem 1. Februar 1794 war alles vorbei. Französische Revolutionstruppen hatten das Schlößchen im Jägerthal niedergebrannt. Nur das Försterhaus blieb verschont, weil es von einem Mann „aus dem Volke“ bewohnt wurde. Heute erinnern nur noch Namen wie „Reiterpfad“, „Tränke“ oder „Salzlecke“ an fürstliche Jagdlust im Jägerthal. Dem jetzigen Besitzer ist es seither ein besonderes Anliegen, das ursprüngliche Bild dieses Hauses in seiner schlichten Schönheit wieder herzustellen.
Zu jeder Jahreszeit ist das Jägerthal ein interessantes Ausflugsziel, denn es gibt so viel zu entdecken, dass es sich lohnt, mehrmals im Jahr eine Wanderung oder eine Fahrradtour entlang der Isenach zu unternehmen. RS

