Spirituosen
Geistreiche Genüsse
Ausschlaggebend für einen hochwertigen Obstbrand ist ein hochwertiger Rohstoff, nämlich gesundes, sauberes Obst mit einen möglichst hohen natürlich vorhandenen Zuckergehalt und ein ausgeprägtes und für die Obstart typisches Aroma. Diese Anforderungen kann nur voll entwickeltes und gut ausgereiftes Obst erfüllen.
Nachdem der Edelbrenner das Obst erntefrisch gewaschen, getrocknet und eventuell entkernt hat, zerkleinert er es vorsichtig und maischt es ein. Die Maische wird mit dem Ziel, die feinen Aromen während des Gärprozesses zu erhalten, gezügelt vergoren und sorgfältig überwacht.
Die Kunst des Edelbrenners ist es, den optimalen Zeitpunkt einzufangen, wann er die Maischegärung beendet und mit der Destillation beginnt. Je nach Zusammensetzung trennt der Edelbrenner das Destillat in drei Abschnitte. Zuerst verdampfen bei niedrigen Temperaturen leicht flüchtige Stoffe wie Methanol - diesen Teil nennt der Edelbrenner „Vorlauf“. Zu erkennen ist er am sogenannten Nagellack- bzw. Pinselreinigerton.
Danach folgt der hochwertige Mittellauf, auch „Herzstück“ genannt, aus dem der Edelbrand gewonnen wird. Abschließend folgt der Nachlauf, der Fuselöle enthält, die sich am Gaumen kratzend und fehlerhaft auswirken. Edelbrenner trennen den Nachlauf frühzeitig ab und beschränken sich auf ein kleines, dafür feines Herzstück. So ist die Ausbeute zwar weit geringer, das Ergebnis dafür aber umso genussvoller.
Das wichtigste Sinnesorgan beim Brennvorgang ist die geschulte Nase des Brenners, um das Herzstück zum richtigen Zeitpunkt abzutrennen. Wie wertvoll das gewonnene Destillat ist, macht ein Beispiel deutlich:
- Um eine 0,7 l – Flasche Schlehenbrand zu gewinnen, müssen gut 23 Kilo Schlehenmaische destilliert werden.
Während bei einem Edelbrand der gesamte Alkohol aus der Vergärung der fruchteigenen Zucker stammt, werden für einen Geist die ausgewählten Früchte mit hochprozentigem Alkohol überzogen. Nachdem sich das Fruchtaroma in dem Geist gelöst hat, wird das sogenannte Mazerat destilliert.
Die Bezeichnung Obstbrand ist von der Europäischen Union klar definiert. Demnach ist Obstbrand eine Spirituose, die ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillieren einer frischen, fleischigen Frucht oder ihres Mosts gewonnen wird. Die Destillation kann mit oder ohne Stein der Früchte verlaufen. Ein Zusatz von Zucker ist verboten. Die Destillation der vergorenen Maische muss so durchgeführt werden, dass der Edelbrand Aroma und Geschmack der verwendeten Frucht beibehält. Für das Wort Obstbrand wird häufig auch der Begriff Obstwasser verwendet.
Die mengenmäßig wichtigsten Vertreter sind Obstbrände aus Äpfeln und Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Mirabellen. Der bekannteste sortenreine Kernobstbrand wird aus Williams-Christ-Birnen gewonnen.
Ein qualitativ hochwertiger Obstbrand gelingt nur dann, wenn sich der eingesetzte Rohstoff durch Vollreife, Sauberkeit, hohen Zuckergehalt und sortentypisches Aroma auszeichnet. Neben dem Obstbrand findet man bei uns hier in der Pfalz ganz selbstverständlich auch den Tresterbrand, welcher aus vergorenem Traubentrester (Stängel, Schalen, Kerne) gewonnen wird. Neben dem Herstellungsverfahren wird die Qualität stark von Boden, Klima und den verwendeten Rebsorten geprägt. In Italien ist der Grappa der bekannteste Traubentrester, aber dieser Name ist geschützt und darf in der Pfalz nicht verwendet werden.
Für Geiste werden meist Früchte verwendet, die beim normalen Brennvorgang keine hohe Ausbeute erwarten lassen. Die bekanntesten Vertreter sind Himbeer-, Brombeer- und Schlehengeist. Aber auch Rohstoffe wie Eberesche, Vogelbeere, Holunder und Hagebutte, die wild an den Wegrändern wachsen, dürfen zur Geistherstellung verwendet werden.
Liköre werden oft nach alten, unter größter Geheimhaltung überlieferten Hausrezepten aus ausgesuchten, gesunden Früchten, Kräuterauszügen und Gewürzen hergestellt.
Brände sollten dunkel, kühl und gut verschlossen aufbewahrt werden. Die Flaschen sollten – im Gegensatz zu Wein – immer stehend gelagert werden. Auch nach mehrjähriger Aufbewahrung bleibt die Qualität der Produkte erhalten und sie erfreuen immer noch mit ihren intensiven Aromen.
Achtung: Obstgeiste und Obstbrände duften und munden bei 15–18° C am feinsten. Bitte nicht zu sehr kühlen! Das machen nur Schnapstrinker aus dem hohen Norden mit ihrem Korn! Das typische Glas für Obstbrände hat einen Stiel und ist bauchig. Nach oben hin verjüngt es sich zu einem zylinderförmigen Rand: So kann sich das Aroma auf einer relativ großen Oberfläche entfalten, um dann aber durch den Zylinder konzentriert auf die Nase zu treffen. Die Tresterflöte mit einem besonders hohen, schlanken Kelch entfaltet in idealer Weise den Charakter von hochwertigen Tresterbränden.
Ein wirklich guter Edelbrand erzeugt eine wahre Geschmacksexplosion auf der Zunge und ist meist ein krönendes Finale nach einem gelungenen Essen. Verlassen Sie sich dabei ruhig auf Ihren Geschmack! Wenn ein Schnaps allzu sehr spiritusartig riecht (etwa nach Nagellack-Entferner oder Pinselreiniger), und/oder im Hals unangenehm kratzt, ist dies eine eher minderwertige Qualität, die sie abweisen sollten.
Whisky - Eine Wissenschaft für sich
Kurze Geschichte des Whiskys
Eine alte Fehde zwischen Schotten und Iren ist die Frage, wer denn wohl den ersten Whisky gebrannt hat. Es gilt als wahrscheinlich, dass es der Schutzpatron St. Patrick (391–458 n.Chr.) gewesen ist, der die Kunst des Destillierens aus dem Mittelmeerraum nach Irland brachte. Die Schotten behaupten, dass St. Patrick in Dumbarton (Schottland!) geboren ist und dort die Technik des Brennens aufschnappte und sie von dort nach Irland gebracht hat. Jedenfalls stammt der ursprüngliche gälische Begriff für den Whisky „Usige Beatha“ (lat. Aqua vitae = Wasser des Lebens) von irischen Einwanderern, die das Gälisch erst in Schottland verbreiteten. Daher ist es gut möglich, dass die Iren mit ihrer Behauptung recht haben. Die Engländer machten aus dem für englische Zungen holprig auszusprechenden gälischen Begriff dann den einfacheren Namen „Whisky“.
Die Iren verwendeten im Gegensatz zu den Schotten Kohle zum Trocknen der gekeimten Gerste. Dadurch, dass die Schotten hingegen auf Torfbeheizung zurückgriffen, erzielten sie damit ein besonders torfig-rauchiges Aroma.
Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gab es aufgrund von verschiedenen Steuervorschriften des englischen Königshauses satte 14000 illegale Brennereien. Als dann den Schwarzbrennern angeboten wurde, gegen eine Gebühr ihre Brennblasen anzumelden und den fertigen Alkohol mit 3 Pence je Gallone zu versteuern, waren fast alle illegalen Auswüchse verschwunden.
Danach entstand durch die Kontrollfreude des Finanzamtes der „Spirit Safe“, in dem das Destillat nach dem Brennvorgang unter hermetischer Abriegelung geschnitten wurde, damit nicht auch nur eine einzige Flasche die Brennerei schwarz verlassen konnte. Das bringt den heutigen Stillman immer noch die Herausforderung, indem er das Destillat beim Trennen des Vor-, Haupt- und Nachlaufs weder richtig sehen, geschweige denn riechen noch schmecken kann. Wer heute einen Single Malt in Händen hält, kann sich noch genau so sicher sein, wenn nicht sogar noch sicherer als damals, dass er ein hochwertiges Handwerksprodukt genießen kann, dessen Magie über Jahrhunderte nicht das Geringste eingebüßt hat.
Der Whisky-Genuss
Jemandem den Whisky-Genuss näher bringen zu wollen, ist jedoch recht schwierig. Selbstredend, dass es dabei nicht nur um bloßes Trinken von Alkohol geht, etwa wie bei mit Tumblern „bewaffneten“ Bourbon-Trinkern auf diversen Partys; zumal man diesen Rausch weit billiger haben kann, wenn man die Preise von wirklich renommierten Whiskys bedenkt. Einem echten Whisky-Kenner ist aber kein Preis zu hoch, wenn es darum geht, das Tasting-Glas mit einer wahren Rarität zu füllen. Geht es beim Whisky-Genuss doch um das genüssliche „Nosing“, was bedeutet, die Weite, das Grün, den Torf und die wilde Rauheit Schottlands zu erriechen und zu erleben. Wie breit die Wissenschaft des Whiskys tatsächlich ist, beweist allein schon die Bandbreite der verschiedenen Hersteller-Länder, die mannigfaltig verschiedenen Sorten mit sogar verschiedenen Schreibweisen (Whisky=Schottisch und Kanadisch; Whiskey=Irisch und US-Amerikanisch). Ganz zu schweigen von den verschiedenen Herstellungsmethoden und -zutaten. Allein in Amerika gibt es beispielsweise Bourbon, Rye, Corn und Straight Whisky, und in Schottland unterscheidet man – abgesehen von den verschiedenen Gebieten Lowlands, Highlands, Speyside und Islands – die Herstellungsarten Single Malt, Vatted Malt, Blended und Single Grain.
Das nachstehende Whisky-Lexikon entstand durch eigene Recherchen sowie mit Entlehnung einiger Begriffe und Erklärungen aus "Whisky-Net"
Whisky-Lexikon (in alphabetischer Reihenfolge)
| Whisky-Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Aging | Alterung des Whiskys, gleichzeitig auch Reifung. Hierbei werden verschiedene Geschmacksstoffe aus dem Holz der Fässer gelöst, die zum endgültigen Produkt Whisky beitragen. Siehe auch Maturation und Mellowing. |
| Amylase | Der Gerstenkeim sondert bei entsprechenden Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen eine als Amylase bezeichnetet Enzymgruppe ab. Dieses Ferment wandelt die in der Gerste enthaltene Stärke in eine lösliche Form um, aus der später der Malzzucker entsteht. |
| Analyser | Beim patent still Verfahren wird die erste Säule als Analyser bezeichnet. |
| Aqua vitae | Lateinisch für „Wasser des Lebens“ |
| Backset | Backset ist ein in den USA bei der Whiskyherstellung angewendetes Verfahren. Hierbei wird der Rückstand der ersten Destillation nach einer Filterung für das Ansetzen der neuen Maische verwendet. Hierdurch soll der Character des Whiskys von Destillation zu Destillation erhalten bleiben. |
| Barley | engl. für Gerste, das Ausgangsprodukt von Malt-Whiskies. |
| Barrel | Ein Fass mit einem Fassungsvermögen von 173 bis 191 Litern. |
| Barrel proof | Die amerikanische Bezeichnung für „Cask strength“, also in Fassstärke abgefüllter Whisky, meist bei ca. 60% Vol. Alkohol |
| Blended Malts | Dieser Whisky darf nach Belieben Industrie-Alkohol enthalten. Desweiteren hat hier ein erfahrener Blender den Vorteil, dass er einen Whisky durch „Vermählen“ von Bränden verschiedener Destillen verschneiden kann. Es gibt hier sehr starke Qualitätsunterschiede. |
| Blendmaster | Der Blendmaster ist die wichtigste Person bei der Herstellung von Blended Whisky. Er mischt aus bis zu 100 verschiedenen Whiskies den Blend, der trotz sich ändernder Grundstoffe (der Malts) immer wieder eine gleichbleibende Qualität hat. Hierfür ist viel Erfahrung erforderlich, um einen beständigen Blend zu erhalten. |
| Bourbon | Wohl bekanntester amerikanischer Whiskey. Die Grundvorraussetzung, das ein Whiskey sich Bourbon nennen darf, ist ein Maisanteil von mindestens 51%, höchstens jedoch 79%. |
| Burnt Ale | Als Burnt Ale wird der Rückstand bezeichnet, der nach der ersten Destillation in den Brennblasen zurückbleibt. Diese Rückstände werden oft zu Tierfutter verarbeitet. |
| Cask Strength | Unverdünnter, direkt aus dem Fass abgefüllter Whisky, meistens bei etwa 60% Vol. Alkohol. Die genaue Alkoholstärke ist auch abhängig von der Lagerzeit. Je länger ein Whisky im Fass gelagert wird, desto „dünner“ wird er. Diesen Alkohol- und Mengenverlust wird als „Angels Share“, also „der Anteil der Engel“ bezeichnet Normalerweise wird Whisky vor dem Abfüllen auf Trinkstärke mit Wasser verdünnt, auf ca. 40% Vol. |
| Charcoal mellowing | Wird bei der Herstellung von Tennessee Whiskey durchgefuehrt. Das frische Destillat wird durch eigens dafuer hergestellte Holzkohle geleitet und somit gefiltert, bevor es in Fässer gefüllt wird. Der Whiskey soll so milder werden. |
| Charring | Ausbrennen neuer Fässer über Feuer als Teil der Faßherstellung. Dieses Ausbrennen beeinflußt den Geschmack und die Farbe des Whiskys. Auch alte, bereits genutzte Fässer werden nach einiger Zeit erneut ausgebrannt. |
| Continuous Still | Ein röhrenförmiger Destillationsapperat (auch Patent oder Column Still genannt), bei dem kontinuierlich destilliert werden kann. Im Gegensatz zum Pot Still, der nach erfolgter Destillation entleert, gereinigt und wieder neu gefüllt werden muß, wird hier eine stetige Produktion erreicht. Bei diesem Verfahren wird die wash von oben in die Röhren eingeleitet und mittels Dampf destilliert. |
| Double wood | Die Bezeichnung double wood steht für die Verwendung zweier verschiedener Faßarten bei der Reifung von Whisky. Dieses Verfahren wird auch als finishing bezeichnet. Hierbei reift der Whisky mehrere Jahre in beispielsweise ehemaligen Bourbon-Fässern und anschließend einige Zeit in Sherry-Fässern. Dieses Verfahren ist seit einiger Zeit in Mode, um besondere Whiskies zu produzieren, die einen etwas aussergewöhnlichen Character besitzen sollen. |
| Dram | Ein Dram ist ein schottisches Trinkmaß. Die Menge ist hiermit allerdings nicht festgelegt. Ein 'wee dram', ein 'kleiner Schluck', kann unter Umständen auch ein volles Glas sein. Wer will da noch behaupten, die Schotten seien geizig... |
| Färben | Bekannt war schon lange, daß Blended Whiskies zur einheitlichen Farbgebung gefärbt wurden. Dies dient der einheitlichen Farbgebung, da die Bestandteile eines Blend variieren. Lange wurde von den Destillerien behauptet (und wird es zum Teil auch noch heute), daß die Single Malts nicht gefärbt würden. Aufgrund von Regelungen innerhalb der EU muß jedoch Zuckerkulör, der zur Färbung verwendete Farbstoff, auf der Verpackung deklariert werden. Dies führte dazu, daß nun bekannt wurde, daß auch Single Malts gefärbt werden. Die Destillerien begründen dies ebenfalls mit der Notwendigkeit der Vereinheitlichung der Farbe der einzelnen Jahrgänge. Kenner wissen jedoch, daß Malts individuelle Produkte sind und somit eben nicht immer gleich aussehen können. Daher wird von vielen vermutet, daß Single Malts gefärbt werden, damit sie älter und reifer wirken. |
| Feints | Bezeichnung des nicht verwendeten Nachlaufs bei der Destillation. Dieser Anteil des Destillats wird wieder zurück in die Brennblasen zur erneuten Destillation geleitet. |
| Fermentation | Technische Bezeichnung für die Gärung einer zuckerhaltigen Lösung zu Alkohol. In Schottland wird für die Fermentation das Malz mit heißem Wasser vermischt, um den Zucker auszulösen. Das Ergebnis, wort genannt, wird in die washbacks gepumpt und mit Hefe versetzt. Die nun einsetzende Fermentation wandelt den Zucker in Alkohol, wofür die wort ca. 40 Stunden in den washbacks verbleibt. Das Resultat dieser Fermentation wird wash gennant und ist eine Bier-ähnliche Flüssigkeit mit ca. 7 - 10 % Alkoholanteil. |
| Fillings | In Schottland verwendete Bezeichnung für das new make, das frische Destillat. Laut Gesetz darf diese Flüssigkeit erst nach 3jähriger Reifung in einem Eichenfaß Whisky genannt werden. |
| Filtration | Whisky enthält nach der Lagerung in den Fässern einen gewissen Anteil an Schwebstoffen (Holz etc.) sowie geringe Mengen an Fettsäuren. Letztere fallen bei niedrigen Temperaturen aus und führen zu einer Trübung. Um dies zu vermeiden, wird der Whisky in der Regel vor der Abfüllung filtriert. Dadurch wird der Whisky zwar klar, verliert aber einen (geringen) Anteil seines Characters. Manche unabhängigen Abfüller filtern daher nur grob Holzspäne etc. heraus, belassen feine Schwebteilchen jedoch im Whisky. |
| Floor maltings | Die Gebäude, in denen auf herkömmliche Weise das Getreide gemälzt wird, heißen floor maltings. Hier wird in Wasser eingeweichte Gerste auf dem Boden ausgebreitet und zum Keimen gebracht, damit die enthalten Stärke in Zucker umgewandelt werden kann. Da hierbei eine bestimmte Temperatur eingehalten werden muß, wird die Gerste immer wieder mit Holzschaufeln gewendet. Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwändig und wird daher in nur noch sehr wenigen Destillerien angewendet. |
| Gerste | Die Getreideart, die am häufigsten für die Whiskyherstellung verwendet wird. Für Malt Whisky wird ausschließlich gemälzte Gerste verwendet, irischer Whisky jedoch wird aus einer Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt. Auch in anderen Ländern wird neben Mais und Roggen oft auch Gerste zu Whisky-Produktion verwendet. |
| Glen | =Schottisch für Tal. Häufig haben schottische Destillerien das Wörtchen Glen im Namen, oftmals verweist dies auf den Standort der Destillerie. |
| Grain | Kann aus Mais, Weizen und roher Gerste hergestellt werden. In den USA stark verbreitet. |
| Highlands | Nördlicher, sehr bergiger Teil Schottlands. Eine raue und vielfältige Landschaft, welche sich auch in den dort produzierten Whiskys im Charakter ausdrückt. |
| Islay | (sprich: Eila) Die Insel Islay befindet sich an der schottischen Westküste. Die großen Torfbestände hier haben dazu geführt, daß es mehrere Destillerien auf dieser Insel gibt. Viele sprechen von typischen Insel-Malts (Laphroaig, Bowmore, Ardbeg), also sehr torfigen, fast medizinischen Malts. In Wahrheit gibt es keinen typischen Islay-Malt, es sind durchaus mildere Malts zu finden (Caol Ila, Bunnahabhain). |
| Kiln | Die Gebäude mit den für schottische Destillerien typischen Pagodendächern heißen Kiln. Eigentlich sind sie nichts anderes als Öfen, in denen die keimende Gerste getrocknet wird, indem sie auf Rosten ausgebreitet und unter ihr ein Torffeuer entzündet wird. Heute sind die meisten Gebäude dieser Art nur noch reine Zierde, denn die wenigsten Destillerien stellen ihr Malz noch selbst her. |
| long gone | Die Bezeichnung long gone ist ausnahmsweise mal eine Bezeichnung, die von Liebhabern erfunden wurde und kennzeichnet Destillerien, die schon vor einigen Jahren geschlossen wurden oder sogar abgerissen wurden. In verschiedenen Büchern oder Datenbanken taucht diese Bezeichnung immer wieder auf. |
| Lowlands | Als Lowlands wird der südlicher Teil Schottlands bezeichnet. Hier befinden sich unter anderem die Städte Edinburgh und Glasgow. Die Lowlands werden als eine typische Whisky-Region geführt. |
| Mälzen | Beim Mälzen wird Gerstensamen feucht gelagert, um zu keimen. Beim Keimen der Gerste wird ein großer Anteil der enthaltenen Stärke in Zucker umgewandelt, welcher für die Gärung notwendig ist. Nach wenigen Tagen wird dieser Keimvorgang gestoppt, indem die keimende Gerste über Feuer getrocknet wird. Hierbei wird je nach Destillerie mehr oder weniger Torf mit verbrannt, was den Whiskys den torfigen Beigeschmack verleiht. Allerdings mälzen die wenigsten Destillerien noch selbst, in den meisten Fällen wird fertiges Malz (Malt) gekauft. |
| Malt Whisky | Ein aus Gerstenmalz hergestellter Whisky, der meist im Pot-Still-Verfahren hergestellt wird. Diese Herstellungsvariante ist in Schottland und Irland üblich. |
| Marrying | Vermählen. Prozeß beim blenden von Whiskies, bei dem das Gemisch einige Zeit in einem Behälter bzw. Faß gelagert wird, damit die einzelnen Whiskies sich miteinander verbinden können. |
| Maturation | Alterung des Whiskys, gleichzeitig auch Reifung. Hierbei werden verschiedene Geschmacksstoffe aus dem Holz der Fässer gelöst, die zum endgültigen Produkt Whisky beitragen. |
| Mellowing | Verfahren von Destillerien in Tennessee, bei dem das Destillat vor der Abfüllung in die Fässer durch Holzkohle geleitet wird, um den Whisky weicher werden zu lassen. |
| Nosing | Das erriechen des Buketts eines Whiskys. Hierfür werden besonders geformte „Nosing-Gläser“ verwendet, in denen sich das Bukett besonders entfalten kann. Für Genießer ist das Nosing ein wichtiger Bestandteil der Verkostung eines Whiskies, hierbei wird das Aroma des Whieskies aufgenommen. Blender nutzen das Nosing, um den Character der einzelnen Malts zu bestimmen und die richtige Mischung für den Blend festzulegen, gekostet wird dieser in den seltensten Fällen. |
| Octave | Fass mit einem Fassungsvermögen von 45 bis 68 Litern. |
| On the rocks | „Auf Eis“. So sollte man jedoch keinesfalls einen Single Malt trinken, da die Kälte des Eises den Geschmack stark beeinträchtigt. Meist wird Bourbon „on the rocks“ getrunken, pur oder mit Wasser gemixt, in sogenannten „Tumblern“. |
| Pot Still | Große kupferne Brennblasen, in denen die Destillation stattfindet. Die Form der Brennblasen entscheidet mit den Geschmack des späteren Whiskys, hohe und schmale Brennblasen erzeugen meist einen reineren Alkohol, kurze gedrungene Brennblasen lassen mehr Fuselöle mit in das Destillat gelangen. |
| Proof | Gibt den Alkoholgehalt an. Hierbei ist die amerikanische Maßeinheit unterschiedlich zur britischen. 100% proof bedeuten nach amerikanischer Regel 50 Vol%. Für die Umrechnung von proof in Vol% gilt folgender Umrechnungsfaktor: Amerikanische proof durch 2 teilen = Vol%; Britische proof mit 0,57 multiplizieren = Vol% |
| Puncheon | Fass mit einem Fassungsvermögen von 545 Litern. |
| Pure Malt | Die Bezeichnung Pure Malt steht für einen Verschnitt ausschließlich aus Malt Whiskys (Im Vergleich Blend: Grain und Malt!). Ein Pure Malt kann ein Single Malt sein (nur Whiskys aus einer Destillerie), ein Verschnitt aus Malt Whiskys verschiedener Destillerien ist ebenfalls möglich. In letzterem Fall wird üblicherweise die Bezeichnung Vatted verwendet. |
| Pure Pott | Der markanteste Irische Whisky, der sich durch seinen erheblich hohen Anteil an ungemälzter Gerste vom typischen Schotten unterscheidet. Signifikant ist außerdem, dass ungetorftes Malz verwendet und dreifach destilliert wird. |
| Quarter | Fass mit einem Fassungsvermögen von 127 bis 159 Litern. |
| Refill | Fässer, die in Schottland bereits befüllt waren und zur Reifung von Whisky verwendet wurden, nennt man bei erneuter Befüllung Refill. In der Regel werden in Schottland ausschließlich Refills verwendet. Die meisten wurden vorher zur Herstellung von Bourbon in den USA eingesetzt. Dort ist es (noch) per Gesetzt vorgeschrieben, daß zur Herstellung von Bourbon ausschließlich neue Fässer benutzt werden dürfen. |
| Rye | Rye Whiskey ist ein in Nordamerika hergestellter Roggenwhisky. |
| Scotch Whisky | In Schottland destillierter und dort mindestens 3 Jahre und einen Tag dort gelagert. Hier gibt es strikte Kontrollen durch das Finanzamt und durch zunfteigene Kontrolleure. |
| Single Cask | Ein Whisky, der aus nur einem einzigen Fass stammt. Meistens sind diese edlen Flaschen einzeln nummeriert und stark limitiert. |
| Single Malt | Dieser Whisky stammt aus einem einzigen Produktionslauf und darf nicht mit industriell erzeugtem Alkohol versetzt werden. Dem Wash darf auch kein Zucker beigegeben werden. |
| Speyside | Die wohl bekannteste Whisky-Region Schottlands. Sie befindet sich in den nördlichen Highlands rund um den Fluß Spey herum. Aufgrund des sehr guten Wassers haben sich hier sehr viele Destillerien auf engstem Raum angesiedelt |
| Stillman | Brennmeister. Er ist verantwortlich für die Qualität des Destillats. Da er keinerlei direkten Kontakt mit dem Produkt hat, kommt es hier auf viel Erfahrung und Geschick an, um gleichbleibende Qualität zu gewährleisten. |
| Tasting | 1. Verkostung. Bei den Tastings werden in der Regel mehrere verschiedene Whiskies vorgestellt. Gute Gelegenheit, einmal bisher unbekannte Whiskies kennenzulernen, ohne gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. 2. Geschmack, Aroma. Oftmals wird der Begriff Tasting auch für die Erscheinung eines Whiskys (Geschmack, Aroma) verwendet. |
| Torf | Torf ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Herstellung schottischer Malt Whiskies. Torf wurde früher als Brennstoff verwendet. Dies geschah logischerweise auch in den Destillerien. Wenn also nun bei der Malzherstellung die keimende Gerste getrocknet werden sollte, um Malz zu erhalten, dann wurde die Gerste über Torf-Feuern getrocknet. Diese Torf-Feuer entwickeln einen starken Rauch, der die Gerste aromatisiert. Es gibt inzwischen auch ungetorfte Whiskies, auch kommen keine reinen Torffeuer mehr vor, sondern in Kohlefeuern wird eine bestimmte Menge (die genaue Menge ist das Geheimnis jeder Destillerie) Torf verbrannt. |
| Uisge Beatha | (sprich: jusgebah) Gälische Bezeichnung für „Wasser des Lebens“. Da die Engländer Probleme mit der Aussprache dieser Bezeichnung hatten, wurde so langsam die Bezeichnung »Whisky« oder auch »Whiskey« daraus. |
| Vatted | Ein Vatted Malt ist, ähnlich wie ein Blend, ein Verschnitt verschiedener Whiskys. Allerdings dürfen für einen Vatted Malt ausschliesslich Malt Whiskys verwendet werden. Es ist also eine Vermählung von Produktionsläufen aus verschiedenen Destillerien, bei denen sonst die gleichen Vorgaben wie bei Single Malt greifen. |
| Vintage | Single Malt Whisky aus einem einzigen Jahrgang. Ein Single Malt ist in den meisten Fällen eine Mischung verschiedener Jahrgänge, wobei der jüngste Whisky das auf der Flasche angegebene Alter bestimmt. Vintage ist im Gegensatz nur ein einziger Jahrgang, der allerdings nicht auf dem Etikett angegeben sein muß, in der Regel aber angegeben wird. |
| Warehouse | Großes Lagerhaus, in dem die Whiskyfässer zur Reifung lagern. Das hier herrschende Mikroklima trägt neben dem Holz des Fasses mit zur Geschmacksentwicklung des Whiskys bei. |
| Wash | Bierähnliche Flüssigkeit, die nach der Gährung entsteht. Der Alkoholgehalt beträgt hier ca. 5-8%. Diese Flüssigkeit wird zur ersten Destillation in die Wash Stills gefüllt. |
| Wash Backs | Große Holzbottiche, in denen das Gemisch aus Maische und Hefe einige Tage gärt. Hierbei entsteht ein bierähnliche Flüssigkeit, Wash genannt. Neuerdings werden Wash Backs auch aus Stahl hergestellt. |
| Zuckerkulör | Brauner Farbstoff, der oft zur Vereinheitlichung der Farbgebung von Whisky verwendet wird. Die Behauptung, man könne dies herausschmecken, wird heftig dementiert. Manche Hersteller bzw. Destillerien behaupten, schon immer so den Farbton der Whiskys nachgebessert zu haben; neu sei lediglich, dass nach EU-Richtlinien dies nun auf der Flasche gekennzeichnet sein muss. Oft wird von den Destillerien die Verwendung von Farbstoffen strikt verneint; die neuen Etiketten mit der modifizierten Kennzeichnungsverordnung sagen allerdings etwas anderes aus. |







