Regenwald retten
LA OLA-Besucher retten weitere 4 Hektar bedrohten Regenwald
Katala-Foundation konnte mit Geld aus Landau Land erwerben - Philippinen-Projekt wird weiter ausgebaut.
Durch den finanziellen Ausgleich für das im Landauer Freizeitbad „LA OLA“ erzeugte Kohlendioxid (CO²) konnten für rund 8.700 Euro Anfang des Jahres weitere vier Hektar bedrohter Regenwald auf den Philippinen hinzugekauft werden. Dies teilt Bürgermeister Thomas Hirsch mit, der, vermittelt durch Landaus Zoodirektor Jens-Ove Heckel, als Geschäftsführer der Stadtholding die Umsetzung des Regenwald-Projektes als Klimaschutzbeitrag aufgegriffen hat
In dem aktuellen Projektbericht informiert die für die Betreuung des Projektes zuständige philippinische Naturschutz-Stiftung Katala-Foundation, dass in dem Gebiet hauptsächlich der Flügelfrucht-Baum wächst, eines der weltweit wertvollsten Harthölzer und infolge dessen hochgradig bedroht.
„Ich freue mich sehr, dass wir durch diese Klimaschutz-Initiative dem Ziel einer Kompensation des durch das Freizeitbad LA OLA erzeugten CO² näher kommen und ein weiteres Stück des bedrohten Regelwaldes der geplanten Rodung entzogen werden konnte“, so Hirsch weiter. Den Verantwortlichen vor Ort, auf den Philippinen dankt er ganz herzlich für ihr Engagement.
Der Freundeskreis des Zoos unterstützt das Projekt zudem durch die Abwicklung des Geldtransfers. Die Anregung zu der Klimaschutzinitiative kam ursprünglich vom Zoo Landau in der Pfalz. Die Stadtholding Landau in der Pfalz GmbH als Betreiberin des Freizeitbades LA OLA hat sich daraufhin 2008 zu einem damals bundesweit einzigartigen Kooperationsprojekt entschieden: Unter dem Motto „Tropisch gut und gut zu den Tropen“ setzt das LA OLA nicht auf den üblichen Weg des Emissionshandels.
„Besonders beispielhaft ist, dass hier ein konkretes und hochwertiges Waldschutz- und Wiederaufforstungsprogramm auf den Philippinen nach anerkannten Standards unterstützt wird“, so Landaus Zoodirektor Heckel. Aufgrund der langjährigen Naturschutzerfahrungen konnte der Zoo Landau den Kontakt zur Katala-Foundation, die auf den Philippinen Natur- und Artenschutzprojekte vorantreibt, herstellen. Der Regenwald hat eine enorm große Bedeutung, vor allem für das Klima und den Wasserkreislauf der Erde. Großflächige Rodungen des Regenwaldes haben deshalb verheerende Folgen: Die Brände setzen gewaltige Mengen Kohlendioxid frei, die zuvor im Tropenwald gespeichert waren. Ca. 17% der weltweiten Treibhausgas-Emissionen sind auf die Vernichtung der Tropenwälder zurück zu führen!
Pressemeldung ZOO Landau 10. August 2011 (Diplombiologin Dr. Christina Schubert)
Schimpanse, Gibbon & Co.
Die wenigsten Zoobesucher wissen, dass die Gibbons auch zu den Menschenaffen (Hominoidea) zählen. Sie bilden innerhalb dieser Gruppe eine eigene Familie (Hylobatidae), die insgesamt 17 Arten (eine davon erst 2010 beschrieben) umfasst. Trotz vielfältiger Fellfärbungen und Gesichtszeichnungen bei den verschiedenen Arten bilden die Gibbons doch eine sehr einheitliche Gruppe, die sich durch einen schlanken Körperbau und extrem lange Extremitäten und stark verlängerte Mittelhandknochen und Finger auszeichnet. Bezogen auf Gewicht und Körpergröße haben Gibbons die längsten Arme unter den Primaten. Sie unterscheiden sich von den Großen Menschenaffen (Hominidae / Gorilla, Schimpanse, Bonobo, Orang-Utan) durch ihre geringere Größe (5-8 kg / Siamangs bis 15 kg), das Vorhandensein von Sitzschwielen am Gesäß und die Tatsache, dass Gibbons im Gegensatz zu ihren großen Verwandten keine Schlafnester bauen. Gibbons laufen aufrecht und spreizen ihre Arme, um das Gleichgewicht zu halten, anders als andere Primaten laufen sie niemals auf Händen und Füßen. Ihre Gehirne sind weniger weit entwickelt, z.B. ist von Gibbons kein Werkzeuggebrauch o.ä. bekannt.
Im Gegensatz zu den verschiedenen Gruppenstrukturen bei den Großen Menschenaffen leben Gibbons ein Leben lang in Paaren mit ihrem Nachwuchs, der die Eltern mit Erreichen der Geschlechtsreife im Alter von fünf bis sechs Jahren verlässt. Typisch für alle Gibbonarten sind ihre weithin hörbaren Gesänge, die häufig ein Duett beider Partner sind. Sie dienen sowohl der Revierabgrenzung gegen andere Familien als auch der Paarbindung und der Werbung. Die einzelnen Gibbonarten lassen sich anhand ihrer Gesänge einwandfrei unterscheiden, da art-charakteristische Merkmale der Gesänge vererbt werden. Männchen und Weibchen unterscheiden sich bei vielen Arten äußerlich nicht (teilweise leicht
unterschiedliche Gewichte; z.B. Weißhandgibbon), teilweise unterscheidet sich nur die Gesichtszeichnung (z.B. Schwarzhandgibbon), aber bei den Arten der Gattung Nomascus (Weißwangengibbons) ist ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus vorhanden. Weibliche Tiere sind hellbraun, männliche Tiere schwarz. Alle Jungtiere
kommen mit hellem Fell zur Welt, färben sich nach dem ersten Lebensjahr schwarz, und die weiblichen Tiere färben sich mit Erreichen der Geschlechtsreife ein weiteres Mal zur hellen Färbung zurück. Auch bei den Kappengibbons (Hylobates pileatus) unterscheiden sich Männchen und Weibchen deutlich von einander. Männliche Tiere sind schwarz, weibliche Tiere sind hellgrau mit einer schwarz abgesetzten Kopfkappe und schwarzem Bauch. Alle Jungtiere kommen hellgrau zur Welt, die Männchen färben sich mit Erreichen der Geschlechtsreife schwarz. Äußerlich unterscheidet sich nur der Siamang (Symphalangus syndactulus; einzige Art der Gattung) von den anderen Gibbonarten. Er ist mit Gewichten von 12 bis 15 kg deutlich schwerer und auch kompakter gebaut. Männchen undWeibchen sind einheitlich schwarz gefärbt und zeichnen sich zudem durch einen prominenten Kehlsack aus.
Gibbons verbringen ihr gesamtes Leben in den Baumkronen der tropischen und subtropischen Regenwälder Südostasiens und kommen kaum je auf den Boden. Ihr Körperbau ist perfekt an das Leben in den Bäumen angepasst, und sie zählen zu den besten Kletterern im Tierreich. Das so genannte Schwinghangeln (Brachiation) von Ast zu Ast haben die Gibbons perfektioniert. Beim schnellen Hangeln halten sich die Tiere immer nur mit einem Arm am Ast fest, greifen nur hakenartig an die Äste, ohne den Daumen, um den Ast zu winden und überwinden große Entfernungen (bis zu 12 Meter) fliegend. Die angezogene Beinstellung lässt den Körper wie ein Pendel schwingen, der Schwung wird optimal ausgenutzt, und so sparen die Tiere bei dieser Fortbewegungsweise enorm viel Energie. Ihr vergleichsweise geringes Gewicht erlaubt es ihnen, auch Nahrung an Astspitzen zu sich zu nehmen, so dass Nahrungskonkurrenz mit anderen Tierarten vermieden wird. Sie ernähren sich überwiegend vegetarisch von Früchten und Blättern. Alle Gibbonarten sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gelistet, ihr Bedrohungsstatus ist je nach Art als „gefährdet“, „stark gefährdet“ oder als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert. Alle Arten sind durch menschliche Aktivitäten wie Habitatverlust (Abholzung, Brandrodung, Plantagen), Jagd (zum Fleischerwerb und zum Verkauf als Haustiere) und Gefahr der Inzucht durch Zerstückelung des Habitats und eingeschränkte Wanderwege gefährdet. Acht der siebzehn Arten werden in Europäischen Zoos gehalten, für alle Arten besteht ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) bzw. wird ein Europäisches Zuchtbuch (ESB) geführt (Siamangs).
Weitere Informationen zur Menschenaffenkampagne, zu Zoo und Zooschule Landau erhalten Sie unter www.zoo-landau.de und www.zooschule-landau.de
Pressemeldung Diplombiologin Dr. Christina Schubert am 10. August 2011



